Steinmetzwerkstatt
und Galerie Jaksic

1903

Donji Humac 75, 21423 Nerežišća
Insel Brač, Kroatien

Lange Nacht der Museen in der Galerie Jakšić – Hommage an Meštre Lovre Jakšić (1910–1982)

30.01.2016.

Ausstellung zu Ehren von „Meštre“ Lovre Jakšić – Lange Nacht der Museen auf der Insel Brač

Die diesjährige Lange Nacht der Museen auf der Insel Brač war für die Galerie Jakšić besonders emotional und inspirierend. Das Thema der Veranstaltung motivierte uns, eine feierliche Ausstellung zu Ehren unseres Großvaters, des verstorbenen „Meštre“ Lovre Jakšić, zu organisieren – eines Mannes, dessen künstlerisches und steinmetzhandwerkliches Erbe die Geschichte unserer Familie und das kulturelle Erbe der Insel nachhaltig geprägt hat. Lovre war der Begründer der Galerie Jakšić und einer der wichtigsten Nachfolger der Familien-Steinmetzwerkstatt, die im Jahr 1903 gegründet wurde und heute 113 Jahre ununterbrochener Tätigkeit feiert.

Der zentrale Teil der Ausstellung präsentierte seine bemerkenswerte Serie von Skulpturen mit dem Titel „Nach dem Atomkrieg“, entstanden zwischen 1965 und 1975. Diese Werke spiegeln seine tiefe Faszination für die Natur wider, vor allem für Stein, seine Struktur und seine natürlichen Verformungen. Lovre entdeckte Gesichter in den Unregelmäßigkeiten der Felsen – Formen, die die Natur bereits begonnen hatte zu „meißeln“. Aus diesen Funden schuf er kraftvolle und zugleich verstörende Skulpturen: Köpfe ohne Blick, ohne Seele. Er sagte, es seien „Gesichter, die Qualen erlebt haben“, eine visuelle Metapher für die Angst vor einem möglichen Atomkrieg, einem prägenden Thema der 60er und 70er Jahre.

Das Besondere an diesen Arbeiten ist, dass Lovre ein autodidaktischer Bildhauer war, dessen Ausdruck dennoch außergewöhnlich stark und seiner Zeit voraus war. Seine Skulpturen strahlen rohe Energie, Authentizität und eine seltene Ausdruckskraft aus. Sein innovativer Ansatz erregte große Aufmerksamkeit in den damaligen Medien, weshalb zahlreiche Zeitungsartikel seinen Werken gewidmet wurden. Alle diese Berichte wurden vergrößert und ausgestellt, wodurch die Ausstellung eine zusätzliche historische Dimension erhielt.

Neben den Skulpturen wurden auch traditionelle Steinmetzwerkzeuge gezeigt, die in der Werkstatt vor dem technischen Fortschritt verwendet wurden und den Besuchern einen Einblick in das Handwerk geben, das unsere über hundertjährige Familiengeschichte geprägt hat.

Die Ausstellung wurde mit großem Interesse aufgenommen und zeigte erneut, wie sehr Kunst und kulturelles Erbe Generationen verbinden können.

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